Der größte Dichter des deutschen Volkes, Johan Wolfgang Goethe wurde im Jahr 1749 in Frankfurt am Main als Sohn des Kaiserlichen Rates geboren. Auf Wunsch seines Vaters ging er schon mit 16 Jahren an die Universität nach Leipzig, um dort Jura zu studieren. Aber er interessierte sich mehr für Kunst. Drei Jahre später wurde er krank und musste sein Studium in Straßburg beenden. In dieser Zeit schrieb er das „Heidenröslein“, „Mailied“ „Willkommen und Abschied“, „Wanderers Nachtlied“ und andere Gedichtete. Im Jahr 1775 rief ihm der junge Herzog Karl August nach Weimar. Um ihn an die Stadt zu binden, schenkte ihm der kunstinteressierte Herrscher das Grundstück mit dem Gartenhaus. Dieses Haus im Park kam Goethes Drang zur Natur entgegen und war der Entstehungsort vieler Gedichte. Im Weimar versah er die verschiedenen Ämter. Er war Präsident der Kammer, Kriegs- und Finanzminister, Leiter der inneren Verwaltung und außenpolitischer Berater des Fürsten tätig. Hier lernte er auch seine Gattin Cristine geb. Vulpius, kennen. Von Weimar aus unternahm Goethe auch einige Reisen. ,Besonders die italienische Reise war für ihn von großer Bedeutung. In Italien ließ ihn die Lebensweise des südländischen Volkes und die italienische Landschaft die Wiedergeburt seiner schöpferischen Kräfte erleben und verursachten auch seinen Übergang vom Sturm und Drang zur Klassischen Kunst. 1794 beginnt Goethes Freundschaft und die fruchtbare Zusammenarbeit mit Friedrich Schiller, die erst Schillers Tod beendet hat. In den letzten Jahren verlor seine Gattin Christine, seinen Freund Karl August und Sohn August. Am 22. März 1832 ist der große deutsche Dichter und eine der größten Gestalten der Weltliteratur gestorben. Bestattet ist er in der Fürstengruft neben Schiller.
Goethes Werk umfasst sowohl lyrische und epische als auch dramatische Gattungen. In der antiken Sage „Prometheus“, der sich als Verteidiger der Menschheit gegen die Götter auflehnte und deshalb von ihnen bestraft wurde, zeigte er Goethe den Zusammenstoß zwischen einer neuen und einer untergehenden Gesellschaftsordnung. Prometheus wurde zum Symbol für das bürgerliche Selbstbewusstsein.
Im Briefroman „ Die Leiden des jungen Werthers“ schildert Goethe seine hoffnungslose Liebe zum Charlotte Buff, der Verlobten seines Freundes Kestner. Eine andere Anregung war der Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes K. W. Jerusalem. Die Handlung spielt in dem kleinen Städtchen Wahlheim. Der junge Werther lernte auf einem Ball Charlotte kennen und verliebte sich leidenschaftlich. Obwohl sie verlobt ist, sucht er ihre Gesellschaft auf. Lotte ist verheiratet und Werthers Liebe führt zu Missverständnissen zwischen beiden Eheleuten. Deshalb bittet sie ihn, dass er mit seinen Besuchen im ihrem Haus aufhört. Weil sich seine Liebe nicht erfüllen kann begeht er Selbstmord. Dieses Werk hatte eine riesengroße Wirkung auf das Publikum. Es rief nicht nur die Mode á la Werther hervor, sondern auch eine Welle von Selbstmorden.
Goethes Lebenswerk war die Dichtung „Faust“. An diesem Gedicht hat er 60 Jahre gearbeitet. Faust ist ein philosophisches Werk, ein Hymnus auf einen tätigen Menschen. Johan Georg Faust war eine historische Person. Durch seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse galt er im Volk als Zauberer, der mit dem Teufel verbunden war. Sein gewaltsamer Tod verstärkte die Volksmeinung. So entstand das Volksbuch von Dr. Faust, von dem sich Goethe inspirieren ließ. Doktor Faust ist mit seinem Leben nicht zufrieden und schließt mit dem Teufel Mephisto einen Vertrag. Er verspricht Faust, alle Wünsche zu erfüllen. Mephisto hat nur eine Bedingung: Wenn Faust mal zu einem Augenblick sage: „Verweile doch, du bist so schön!“ fällt seine Seele dem Teufel zu. Mephisto macht Faust jung, er lässt ihn das wilde Treiben der studentischen Jugend genießen. Er will ihn durch die Liebe zu Gretchen von den hohen Zielen abbringen. Diese tragische Geschichte bildet den Kern des ersten Teiles. Im zweiten Teil wird Faust an den Hof eines Keisers gebracht. Faust gelang nach Griechenland, wo sich die Gestalten der antiken Mythen bei der Walpurgisnacht zusammenfinden. Er heiratet die schöne Helena, aber nicht einmal die Vereinigung mit der höchsten Schönheit bringt ihm Befriedigung. Er sehnt sich nach Tätigkeit, erbittet sich vom Kaiser ein Stück öden Boden, den er in ein Kulturland verwandeln will. Die Tätigkeit bringt ihm endlich die so lange gesuchte Befriedigung. Er sagt den verbotenen Satz und stirbt. Seine Seele fällt nicht der Teufel, sondern dem Gott, weil Faust sein höchstes Glück in der Arbeit zugunsten aller Menschen fand. Die Faust – Dichtung ist eine der größten Schöpfungen der Weltliteratur. Sie inspirierte viele Schöpfer aus den verschiedenen Kunstgebieten.
Zu den bekanntesten Balladen von Goethe gehören auch die Balladen „Erlkönig“ und „Der Fischer“.
Im Weimar entstanden auch seine klassischen Bühnenwerke, die Dramen „Iphigenie auf Tauris“ „Egmont“ und „Tonquato Tasso“ Weimar wurde durch ihn zu einem bedeutenden Kulturzentrum, wo sich viele Künstler um den großen Denker und Dichter scharten.
Für die deutsche Literatur und Kultur und für die Entwicklung der deutschen Nationalsprache hat Goethes Leben und Schaffen eine hervorragende Bedeutung.
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