WALT  DISNEY

 

   Walt Disney wurde am 5.Dezember 1901 in Chicago geboren. Im Jahre 1919 schuf er zusammen mit seinem Bruder Roy Bilder für Werbekampagnen und im Jahre  1920 schon einen Satz von Zeichentrickfilmen, die gleichfalls Werbezwecken dienten. Nur zwei  Jahre später realisierte er einen – heute würde man sagen  bahnbrecherischen – Einfall, er kombinierte in der Kurzfilmserie „Alice in Cartoonland“ eine lebendige Person mit Zeichentrickgestalten. Eine grosse und lange dauernde Popularität bei Alt und Jung brachte ihm die Gestalt der Mickymaus. Der erste Film  mit der sympatischen Maus entstand im Jahre 1927. Die Mickymaus ist mehr als eine Figur aus einem  Zeichentrickfilm. Sie ist zu einem Symbol der zwanziger Jahre geworden und ist auch noch über den Zweiten Weltkrieg „lebendig“ geblieben. In den sechziger Jahren sah ich eine umfassende  repräsentative amerikanische Wirtschafts- und Kulturaustellung. Grosse umrahmte Porträts von Wissenschaftlern, Schriftstellern und Politikern, Professoren, Doktoren und Präsidenten zeigten die hervorragendsten Geister Amerikas. In gleicher Grösse gab es da im Rahmen auch – die Mickymaus...

   Disney produzierte jedes Jahr fünfzehn einteilige Zeichentrickfilme, bald sprachen sie und Musik begleitete sie. Farbe kam hinzu. Alles schien für eine grosse Tat vorbereitet zu sein. Im Jahre 1937 war es so weit. Der abendfüllende, farbige Zeichentrickfilm „Schneewitchen und die sieben Zwerge“, im Original „Snow White and the Seven Dwarfs“, war ein Welterfolg, Kinder und Erwachsene liessen sich von den schönen Melodien, den sympatischen Märchengestalten und dem Zauber der Animation hinreissen. Die Kinos waren voll und alles sprach von Schneewitchen... Bis heute, mehr als sechs Jahrzehnte nach der Uraufführung, kann man den Marsch der sieben Zwerge „Heigh ho“ von Churchill & Morey hören.

   Disney ist aber nicht nur Vater der Mickymaus und des Schneewitchens, er hatte auch weit ernsthaftere Ambitionen. Er versuchte klassische Musik mit abstrakten Zeichnungen zu ilustrieren, so wie es Fischinger getan hat, der dann  zum Beispiel  an der Gestaltung  von Bachs Toccata und Fuge in d-Moll mit Disney mitgearbeitet hat. Nach dem Krieg wandte  er sich Filmen  über das Leben  der Tiere zu. So drehte er  zum Beispiel „Die Insel der Robben“, „Das Bibertal“, „Wasservögel“ und viele weitere. Unter seiner Regie entstanden auch Spielfilme, Fernsehfilme und weitere neuartige Werke, so der erste dreidimensionale Zeichentrickfilm „Melodie“.

   Bemerkenswert ist das Jahr 1955. Er schuf nicht nur in eigener Produkktion der Fernsehwestern Davy Crocket, sondern wandte sich auch einer ganz neuen unternehmerischen Tätigkeit zu. In Hollywood entstand sein erster Unterhaltungspark „Disneyland“, in dem man den liebgewonnenen Gestalten als lebendigen Wesen begegnen konnte. Dieses „Disneyland“ war ein Erfolg und weitere folgten.

   Disney hatte einen ausgeprägten Sinn für die kommerzielle Nutzung der Möglichkeiten der Zeichentrick- und der Spielfilme und er kam gleichzeitig mit immer neuen Experimenten „Disneyana“ sind ein beliebtes Sammlergebiet, Disneys alte Originalplakate oder Figuren werden für tausende Dollars zum Verkauf angeboten...